Umfrage klärt – Können Apotheken Cannabis-Versandverbot auffangen?

Das Aktionsbündnis Hanfkultur Heidenheim hat eine Umfrage unter allen lokalen Apotheken gestartet. Hintergrund: Das geplante Versandverbot für Cannabisblüten könnte Patienten im Landkreis vor Versorgungsengpässen stellen.
Rekordimporte – aber lokale Lücken?
Deutschland importierte 2025 bereits über 170 Tonnen medizinisches Cannabis – ein Sprung von +171% gegenüber 2024 (71 Tonnen). Kanada und Portugal sind die größten Lieferanten. Trotzdem: In ländlichen Regionen wie Heidenheim fehlt oft der lokale Zugang.
Das Medizinal-Cannabis-Gesetz (MedCanG-Änderung) sieht vor, dass Cannabisblüten nicht mehr an Patienten versendet werden dürfen. Erstverschreibungen sollen zukünftig nur noch nach persönlichem Arztbesuch möglich sein – Telemedizin fällt damit weg.
„Für Heidenheim ein Problem“, sagt David Tauber vom Aktionsbündnis: „Hier verschreiben nur wenige Hausärzte Cannabis. Viele Patienten sind auf Versandapotheken angewiesen – die fallen nun weg.“
Besonders betroffen: Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder starken Schmerzen.
Was wir von den Apotheken im Kreis erfahren wollen.
Offene Fragen der Umfrage:
- Führen Heidenheimer Apotheken überhaupt Medizinalcannabis?
- Wie viele Sorten sind vorrätig oder bestellbar?
- Können sie die Nachfrage nach dem Versandverbot stemmen?
Ziel: Konkrete Zahlen statt Spekulationen.
Apotheken, die mitmachen, können auf Wunsch als lokale Bezugsquellen auf aktion-hanfkultur.de gelistet werden.
Die Umfrage läuft bis 19. Dezember.
Aktionsbündnis Hanfkultur Heidenheim fordert: Mehr Transparenz über die tatsächliche Versorgungslage vor Ort.
Ergebnisse werden Ende Dezember erwartet und hier veröffentlicht.